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| Der erste Weltkrieg in der Erinnerung Europas |
Ein Film von Hennig Burk |
| Erstsendung |
04.11.1998 20:45, ARTE (3,1 % Marktanteil; o,45 Mio Zuschauer) |
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| Kamera: |
Bernhard Häusle |
| Ton: |
Hannes Lang |
| Schnitt: |
Renate Best |
| Recherche: |
Rudolf Westenberger |
| Redaktion: |
Martin Möller, Jochen Kölsch |
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Erinnerung an die Toten gehört zur menschlichen Kultur. Was schmerzt, bleibt im Gedächtnis. Und nichts schmerzt mehr als der Krieg - weshalb es Kriege sind, die im kollektiven Gedächtnis der Nationen eine große Rolle spielen.
An der ehemaligen Westfront, in Frankreich und Belgien, ist der Erste Weltkrieg auch heute noch alltäglich präsent. Tausende von Soldatenfriedhöfen, Denkmälern Zeremonien erinnern daran - und die Erde selbst, die fast ein Jahrhundert später freigibt, was damals gewalttätig in sie hineingetrommelt wurde: Kriegsgerät, Granaten, Uniformteile, Knochen. Anfang des Jahres 1998 wurden die Überreste eines 1916 gefallenen australischen Soldaten gefunden; er erhielt ein Staatsbegräbnis.
Noch während des Krieges zwischen 1914 und 1918 wurde die Realität des Krieges von der als Erinnerung verkleideten Imagination verschluckt. Denn Erinnerung, das sogenannte "kollektive Gedächtnis", ist nicht mit historischer Erinnerung zu verwechseln. Sie ist Teil der nationalen Mythenbildung.
An den Ersten Weltkrieg mit seinen zehn Millionen Toten erinnert man sich bei den ehemaligen Gegnern unterschiedlich. Für die Briten und Franzosen, die Sieger von damals, ist er noch heute der "Große Krieg" - nur halb so viele britischen Soldaten starben in der nächsten großen Katastrophe, dem Zweiten Weltkrieg, der den Deutschen mit viel Schuld und Leid weitaus stärker in Erinnerung geblieben ist.
Der Film zeigt, wie die letzten verbliebenen Veteranen und deren Nachkommen alljährlich an die Erinnerungsorte der großen Schlachten pilgern, wie Fakten und Legenden dem profitablen Tourismusbetrieb einverleibt werden.
© VideoVision.tv August '98 |
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